Das Leben ist kompliziert – Und die Kunst ist es auch

Am Anfang stand die Reihe „Perspektive Aspektomat“ ca. 1998 – 2005. Flächige geometrische Formen oder auch farbenfroh verspielt. Inspiriert von bedeutenden Kunstwerken des 20sten Jahrhunderts: Kandinsky, Klimt, Schiele, Max Ernst sowie experimentelle Fotografie.

Aus der Reihe „Perspektive Aspektomat“
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Die Darstellung sphärischer Gefühlswelten stand dabei weniger im Vordergrund, als vielmehr spielerische Elemente angetrieben von Lust und Neugier auf immer neue Kombinationsmöglichkeiten. Das Arbeitsmaterial Farben, Kunststoff, Folien verstehe ich heute als Strukturen aus denen meine Werke entstehen, vergleichbar mit den Geweben, aus denen Organismen aufgebaut sind. Das finden neuer Variationen ist auf biologischer Ebene gleichzusetzen mit genetischen Mutationen, der Antrieb jeglicher Evolution. So entsteht seit 2012 die Werkreihe „Mikroben“

Aus der Reihe „Mikroben“
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Die haptische Relevanz des Arbeitsmaterials wird im Verlauf des Bearbeitungsprozesses zu einer Visuellen.

Das Finden von Variationen soll aber kein reiner Selbstzweck sein. Und so begann ich nach Themen zu suchen, die es wert sind kreativ und künstlerisch bearbeitet zu werden. Religiöse Betrachtungen finde ich besonders spannend, weil sie einerseits die Menschheitsgeschichte seit Jahrtausenden begleiten und andererseits in der aufgeklärten westlichen Welt zunehmend an Bedeutung verlieren. Die letzten großen gesamtgesellschaftlichen Debatten zur christlichen Glaubensgemeinschaft und im speziellen zur katholischen Kirche bezogen sich auf Kindesmisshandlungen und größenwahnsinnige Bauvorhaben. Für die Institution katholische Kirche dürfte das einem Todesstoß recht nahme kommen, bzw. anderen christlichen Clubs und Vereinigungen Auftrieb geben. Freikirchliche Veranstaltungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, wenngleich ich nicht davon ausgehe, dass deren Bedeutung und Verbreitung hierzulande an US-amerikanische Verhältnisse herankommen. Wir Deutschen sind von Hause aus eher skeptisch gegenüber Heilsversprechen.

Aus der Reihe „Glaube an Gott“
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Der moderne Deutsche nähert sich den großen Fragen und Geschichten auch gerne humoristisch, wie sich während des nicht repräsentativen Blogprojekts „Eva´s Weg“ begleitend zur gleichnamigen Ausstellung gezeigt hat. Mit dem Projekt „Eva´s Weg“ in Zusammenarbeit mit den Künstlern Helmut Warnke und Ahang Nakhaei war ich also thematisch an die kulturgeschichtlichen Anfänge und an die Entstehung großer Weltreligionen zurück gegangen.

Für neue Arbeiten möchte ich nun noch weiter zurück zu den archaischen Wurzeln der menschlichen Zivilisation. Zugleich sind aber auch Ausflüge zu botanischen Darstellungen um 1600-1700 vorstellbar ala Maria Sibylla Merian. So beziehe ich mich durch die Kunstgeschichte keineswegs chronologisch, bemüht Bildeindrücke zu fassen und in eine neue Sprache zu übersetzen. Die Arbeitstechnik knüpft an die frühe apparative Kunst der 1950-1970er Jahre an. Ich nutze die mir zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten um visuelle Eindrücke mit ästhetischem Reiz und künstlerischem Ausdruck zu schaffen. Eine adäquate technische Ausrüstung ist dabei nicht unerheblich. Mit dem Equipment, welches mir aktuell zur Verfügung steht, sind Repros bis zu einer Größe von 2×3 Metern in sehr guter Qualität realisierbar.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und verbleibe mit farbenfrohen Grüßen, Eure Julia

 

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